Drechslerei Steffen Huber im Land Brandenburg

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Ausbildung

Werde ich auf dem Bau des öfteren gefragt, welchem Gewerk ich angehöre und ich: "Drechsler !" sage, dann ist die nächste Anrede meist: "He, Schreiner !".
Lehrling mit Blumensäule Es ist tatsächlich so, dass die Wenigsten wissen, dass der Drechslerberuf ein Lehrberuf ist wie auch Tischler oder Zimmermann. Genau wie diese können wir in unserem Beruf den Meistertitel erwerben. Sicher gibt es Ähnlichkeiten mit dem Tischlerhandwerk, aber genauso, wie ein Drechsler in den seltensten Fällen eine Haustür oder ein Fenster bauen kann, ist es dem Tischler kaum möglich, eine saubere und maßhaltige Drechslerarbeit zu bewerkstelligen. In einer Zeit, wo am besten jeder alles können soll, um ein möglichst allumfassendes Angebot unterbreiten zu können, muss man den Kunden immer wieder darauf hinweisen, dass eine qualitativ hochwertige Arbeit selten von einem "Alleskönner" kommt. So hat der Drechsler bis heute seine Daseinsberechtigung und füllt eine wichtige Lücke im Spektrum der Holzbearbeitung. Leider gehen die jetzigen Politiker einen anderen Weg und haben den Drechslerberuf, genau wie andere wichtige Gewerke, aus den sogenannten Vollhandwerken genommen. Damit wird eine leidige Tradition fortgeführt, in deren Folge bereits viel fachliches Wissen in den letzten Jahrhunderten verloren gegangen ist. Hoffen wir, dass das im Ausland wertgeschätzte deutsche Handwerk nicht allzuschnell "abgewickelt" wird. Lehrling mit Leuchtturm Seinen Teil trägt das Handwerk selbst dazu, indem Drechsler nach wie vor ausgebildet werden. Damit wird geholfen, Fachwissen und Fertigkeiten zu erhalten und weiterzugeben. Auch in unserer Firma wird ausgebildet. Seit dem 01.08.1994 wurde ständig mindestens 1 Lehrling ausgebildet. So erwarben hier bisher 4 Jugendliche den Gesellenbrief.
Leider scheint es wahr zu sein, dass die Voraussetzungen, die die Schüler mitbringen immer schlechter werden. So jedenfalls meine Erfahrung. Es ist unwirtschaftlich und deprimierend, wenn ein Lehling nach einem oder einem halben Jahr entlassen werden muss - mangels Vertrauenswürdigkeit. Schulzensuren sind scheinbar sowieso kein Maßstab mehr, da Fleiß und Lernwilligkeit stark abgenommen haben. Spaßgesellschaft und Medien zeigen Wirkung.

Die Ausbildung ist vielseitig und variiert stark, abhängig vom Produktionsspektrum des jeweiligen Betriebes. So geht es von Automatendrehereien über kunstgewerblich tätige Drechsler bis zu den Baudrechslereien, denen auch wir angehören. Üblicherweise ist aber jede Drechslerei in der Lage, das gesamte Spektrum zu bedienen. Nur ist es wie überall: Der Spezialist bringt das beste Preisleistungsverhältnis!
Die Ausbildung dauert üblicherweise 3 Jahre. In der Lehre erwirbt der Lehrling Kenntnisse und Fertigkeiten im Langholz-, Querholz- und Hohldrehen. Lehrling mit Blumensäule Das Arbeiten an Maschinen wie diversen Säge- und Hobelmaschinen ist genauso Bestandteil, wie das Bedienen von Drehhalb- oder Vollautomaten. Oberflächenbehandlung, Montagearbeiten auf Baustellen, diverse Hilfs- und Pflegearbeiten gehören ebenso dazu, wie auch ein fundiertes fachliches Wissen über Holz, Werkzeuge, Oberflächenstoffe und die bildliche Darstellung. Fachmathematik und Formgebung geben sich in der täglichen Arbeit die Hand. Der Beruf ist teilweise körperlich schwer und staubig. Aber wie in jedem Beruf wird auch hier stets versucht, die Arbeit zu erleichtern und die Schleifstaubeinwirkung durch Absauganlagen und Staubschutzmasken auf ein Minimum zu reduzieren. Die fachtheoretische Ausbildung im Drechslerberuf erfolgt in zwei Berufsschulen, die sich in Sachsen und Bayern befinden. Traditionell schicken die ostdeutschen Betriebe ihre Lehrlinge nach Seiffen im Erzgebirge, während die westdeutschen Drechsler den Kontakt zur Schule in Bad Kissingen halten.
Die Unterbringung erfolgt in preiswerten Pensionen und Jugendherbergen in der Nähe. Durch das Zusammentreffen von Gleichgesinnten wird der Zusammenhalt der Drechsler stark gefördert. Es können Erfahrungen ausgetauscht und z.B. Fahrgemeinschaften gegründet werden. Viele Betriebe aus ganz Deutschland kennen sich untereinander und sind eher versucht, sich zu unterstützen, als sich zu bekämpfen.
Außerdem gibt es in jeder Lehrzeit einen oder mehrere Maschinenlehrgänge, die den Lehrling befähigen, auch mit Maschinen fachgerecht und arbeitsschutztechnisch korrekt umzugehen, die sich nicht im Lehrbetrieb befinden.


 

Lehrling Danny
Danny Hermann
1994 - 1997

Lehrling Kai
Kay Bodrich
1997 - 2000

Lehrling Stephanie
Stephanie Sattler
1999 - 2002

Lehrling Norman
Norman Zint
2001 - 2004

Lehrling Peter
Peter K.
2004 - 2005

Lehrling Florian
Florian K.
2005 - 2006

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