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Ausbildung
Werde ich auf dem Bau des öfteren gefragt, welchem Gewerk ich angehöre
und ich: "Drechsler !" sage, dann ist die nächste Anrede meist: "He,
Schreiner !".
Es ist tatsächlich so, dass die Wenigsten wissen, dass der
Drechslerberuf ein Lehrberuf ist wie auch Tischler oder Zimmermann.
Genau wie diese können wir in unserem Beruf den Meistertitel erwerben.
Sicher gibt es Ähnlichkeiten mit dem Tischlerhandwerk, aber genauso,
wie ein Drechsler in den seltensten Fällen eine Haustür oder ein
Fenster bauen kann, ist es dem Tischler kaum möglich, eine saubere und
maßhaltige Drechslerarbeit zu bewerkstelligen. In einer Zeit, wo am
besten jeder alles können soll, um ein möglichst allumfassendes Angebot
unterbreiten zu können, muss man den Kunden immer wieder darauf
hinweisen, dass eine qualitativ hochwertige Arbeit selten von einem
"Alleskönner" kommt.
So hat der Drechsler bis heute seine Daseinsberechtigung und füllt eine
wichtige Lücke im Spektrum der Holzbearbeitung.
Leider gehen die jetzigen Politiker einen anderen Weg und haben den
Drechslerberuf, genau wie andere wichtige Gewerke, aus den sogenannten
Vollhandwerken genommen.
Damit wird eine leidige Tradition fortgeführt, in deren Folge bereits
viel fachliches Wissen in den letzten Jahrhunderten verloren gegangen
ist. Hoffen wir, dass das im Ausland wertgeschätzte deutsche Handwerk nicht
allzuschnell "abgewickelt" wird.
Seinen Teil trägt das Handwerk selbst dazu, indem Drechsler nach wie vor ausgebildet werden. Damit wird geholfen,
Fachwissen und Fertigkeiten zu erhalten und weiterzugeben.
Auch in unserer Firma wird ausgebildet. Seit dem 01.08.1994 wurde
ständig mindestens 1 Lehrling ausgebildet.
So erwarben hier bisher 4 Jugendliche den Gesellenbrief.
Leider scheint es wahr zu sein, dass die Voraussetzungen,
die die Schüler mitbringen immer schlechter werden. So jedenfalls meine Erfahrung. Es ist unwirtschaftlich und
deprimierend, wenn ein Lehling nach einem oder einem halben Jahr entlassen werden muss - mangels Vertrauenswürdigkeit.
Schulzensuren sind scheinbar sowieso kein Maßstab mehr, da Fleiß und Lernwilligkeit stark abgenommen haben.
Spaßgesellschaft und Medien zeigen Wirkung.
Die Ausbildung ist vielseitig und variiert stark, abhängig vom
Produktionsspektrum des jeweiligen Betriebes. So geht es von
Automatendrehereien über kunstgewerblich tätige Drechsler bis zu den
Baudrechslereien, denen auch wir angehören. Üblicherweise ist aber jede
Drechslerei in der Lage, das gesamte Spektrum zu
bedienen. Nur ist es wie überall: Der Spezialist bringt das beste
Preisleistungsverhältnis!
Die Ausbildung dauert üblicherweise 3 Jahre. In der Lehre erwirbt
der Lehrling Kenntnisse und Fertigkeiten im Langholz-, Querholz- und
Hohldrehen.
Das Arbeiten an Maschinen wie diversen
Säge- und Hobelmaschinen ist genauso Bestandteil, wie das Bedienen von Drehhalb-
oder Vollautomaten. Oberflächenbehandlung, Montagearbeiten auf
Baustellen, diverse Hilfs- und Pflegearbeiten gehören ebenso dazu, wie
auch ein fundiertes fachliches Wissen über Holz, Werkzeuge,
Oberflächenstoffe und die bildliche Darstellung. Fachmathematik und
Formgebung geben sich in der täglichen Arbeit die Hand.
Der Beruf ist teilweise körperlich schwer und staubig. Aber wie in
jedem Beruf wird auch hier stets versucht, die Arbeit zu erleichtern
und die Schleifstaubeinwirkung durch Absauganlagen und
Staubschutzmasken auf ein Minimum zu reduzieren.
Die fachtheoretische Ausbildung im Drechslerberuf erfolgt in zwei
Berufsschulen, die sich in Sachsen und Bayern befinden. Traditionell
schicken die ostdeutschen Betriebe ihre Lehrlinge nach Seiffen im
Erzgebirge, während die westdeutschen Drechsler den Kontakt zur Schule
in Bad Kissingen halten.
Die Unterbringung erfolgt in preiswerten Pensionen und Jugendherbergen
in der Nähe. Durch das Zusammentreffen von Gleichgesinnten wird der
Zusammenhalt der Drechsler stark gefördert. Es können Erfahrungen
ausgetauscht und z.B. Fahrgemeinschaften gegründet werden. Viele
Betriebe aus ganz Deutschland kennen sich untereinander und sind eher
versucht, sich zu unterstützen, als sich zu bekämpfen.
Außerdem gibt es in jeder Lehrzeit einen oder mehrere
Maschinenlehrgänge, die den Lehrling befähigen, auch mit Maschinen
fachgerecht und arbeitsschutztechnisch korrekt umzugehen, die sich
nicht im Lehrbetrieb befinden.

Danny Hermann
1994 - 1997

Kay Bodrich
1997 - 2000

Stephanie Sattler
1999 - 2002

Norman Zint
2001 - 2004

Peter K.
2004 - 2005

Florian K.
2005 - 2006